Gezahlte Steuern zurückholen

Gezahlte Steuern

 

Unternehmen Ihr Chef oder die Kollegen regelmäßige Geschäftsreisen ins Ausland? Dann fällt in der Regel auch Umsatzsteuer für Essen, Trinken, Tanken oder für Übernachtungen im Hotel an.

Unter gewissen Voraussetzungen können Sie diese Kosten über die Vorsteuer wieder vom Finanzamt erstattet bekommen. Dies kann sich finanziell durchaus lohnen.

 

Wichtig dabei ist, dass der Antrag spätestens am 30. September bei den zuständigen Finanzbehörden eingeht. Verspätet eingehende Anträge werden grundsätzlich abgelehnt.

Seit 2010 werden ausschließlich in elektronischer Form gestellte Anträge anerkannt. Zuständig für deutsche Unternehmen ist dabei das Bundeszentralamt für Steuern, welches hierfür eigens ein Portal zur Verfügung stellt. Wird nicht der korrekte Vordruck verwendet, führt dies unweigerlich zu einer Ablehnung. Das Ganze geht dann an das EU-Mitgliedsland, in welchem die Umsatzsteuer angefallen ist. Die genannte Frist betrifft im Übrigen ausschließlich EU-Mitgliedsländer. Für Drittländer gilt diese Regelung dagegen nicht. Anträge können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht werden.

 

Wer kann Umsatzsteuer zurückfordern?

Am Erstattungsverfahren teilnehmen können ausschließlich Unternehmen nach § 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Zudem darf das Unternehmen keinen Sitz im betreffenden Land betreiben, von welchem die Steuer zurückgefordert wird.

Ein Anspruch auf Vergütung besteht nur dann, wenn

  • Ihr Unternehmen in dem betreffenden Land keine bzw. ausschließlich steuerfreie Umsätze tätigt.
  • nur solche Umsätze getätigt wurden, für welche der Empfänger einer Leistung die Steuer schuldet bzw. für diesen einbehalten hat.

Möglich ist die Vorsteuervergütung grundsätzlich nur für Umsätze im Ausland.

 

Welche Unterlagen sind erforderlich?

Da der Antrag direkt beim Bundeszentralamt für Steuern eingereicht wird, muss keine Unternehmensbescheinigung vorgelegt werden. Dazu sind auch keine Orginalbelege mehr erforderlich.

Der Vergütungsantrag muss die folgenden Angaben enthalten:

  • Namen und komplette Anschrift
  • E-Mail Adresse für die elektronische Kontaktaufnahme
  • Land, welches von der Erstattung betroffen ist
  • Beschreibung der geschäftlichen Tätigkeit, bei welcher die Produkte bzw. Dienstleistungen erworben wurde
  • Vergütungszeitraum, auf welchen sich der Antrag bezieht
  • Eine schriftliche Bestätigung, dass von Ihrem Unternehmen im betreffenden Mitgliedsstaat keine steuerpflichtigen Leistungen erbracht wurden
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNR.) bzw. Steuernummer (StNr.)
  • Bankverbindung auf welche die Erstattung überwiesen werden soll inklusive IBAN und BIC

 

Zusätzlich werden für jede eingereichte Rechnung oder jedes Einfuhrdokument sowie die betreffenden Mitgliedsstaaten noch weitere Angaben benötigt.

Hierbei handelt es sich insbesondere um:

  • Name und komplette Anschrift des Lieferanten bzw. Erbringers der Dienstleistung
  • USt-IdNr. des Lieferanten bzw. Erbringers der Dienstleistung oder eine andere Steuernummer, welche dem Unternehmen durch den Mitgliedsstaat zugeteilt wurde (Im Falle einer Einfuhr nicht erforderlich)
  • Falls es sich um keine Einfuhr handelt, das Präfix des jeweiligen Mitgliedsstaates
  • Rechnungsnummer und Rechnungsdatum der Rechnung bzw. des Einfuhrdokuments
  • Steuerbetrag in der Währung des jeweiligen Mitgliedslands sowie die Bemessungsgrundlage
  • Welcher Steuerbetrag in der betreffenden Währung soll abgezogen werden?
  • Beschreibung der erworbenen Gegenstände bzw. Dienstleistungen mit der jeweiligen Kennziffer

Sofern der Antrag nicht fristgerecht eingereicht wird, der falsche Vordruck verwendet wird oder wichtige Angaben fehlen wird dieser ohne Angabe von Gründen abgelehnt.

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