Vollmacht – voll richtig!

Vollmacht
Vollmachten sind für einen Betrieb so wichtig wie sie klingen: sie haben volle Macht. Durch die Vollmachten ist es möglich, dass Mitarbeiter ihre Aufgaben erledigen können und der Betrieb auch dann weiter läuft, wenn wichtige Führungspersonen nicht vor Ort sind.

Unter den Vollmachten gibt es verschiedene Exemplare, über diese sollten Sie einen Überblick haben und ihre wichtigen Elemente kennen.

 

 

(1)     Allgemein: Vollmacht

Wird eine Vollmacht ausgestellt, so liegt ein verbindliches Dokument vor, das rechtliche Konsequenzen abklärt. Derjenige, der die Vollmacht erhält (der Bevollmächtigte), kann sich mit dieser gegenüber Ämtern, Behörden und Geschäftsleuten legitimieren. Alle Handlungen und abgeklärten Geschäfte sind dann rechtskräftig und bindend.

 

(2)     Inhalt: Was in die Vollmacht muss

–  Hier sollte im Zweifelsfall ein visierter Anwalt hinzugezogen werden. –

Das Dokument sollte explizit die Bezeichnung Vollmacht tragen. Der Bevollmächtigte muss detailliert genannt werden, das heißt sowohl Vornamen/Nachname als auch Wohnort, Straße und Hausnummer müssen genannt werden.  Auch sollen Angaben zum Vollmachtgeber aufgelistet werden. Der Bereich, über den die Vollmacht ausgestellt wird, muss detailliert beschrieben werden. Außerdem sollte ihre zeitliche Gültigkeit vermerkt werden. Geben Sie auch explizit an, wo und wann die Vollmacht ausgestellt wurde. Zuletzt sollte das Dokument natürlich vom Vollmachtgeber unterschrieben werden.

Hinweis: Behalten Sie den Überblick. Manche Vollmachten enden nicht automatisch, sondern müssen schriftlich abgeschlossen werden. Außerdem müssen spezielle Vollmachten notariell beglaubigt werden. Deshalb: Planen Sie sorgfältig und notieren Sie sich alles, wenn es um das Ausstellen von Vollmachten geht.

 

(3)     Formen: Wofür eine Vollmacht ausgestellt werden kann

Einzelvollmacht: Bevollmächtigung einer Person für ein einzelnes Rechtsgeschäft. Die Dauer der Vollmacht bezieht sich nur auf dieses eine Geschäft und ist danach automatisch wieder erloschen.

Gattungsvollmacht: Bevollmächtigung zum Abschließen von spezifischen Verträgen. Dies ist mittlerweile eine standardisierte Vollmachtform und vermeidet das Erstellen von mehreren Einzelvollmachten.

Handlungsvollmacht: Bevollmächtigung für alle Rechtsgeschäfte eines Unternehmens (mit klar definierten Ausnahmen). Darunter fällt nicht: Grundstückgeschäfte, Wechselverbindlichkeiten, Darlehensgeschäfte und Prozessführung.

Generalvollmacht: Bevollmächtigung der Vertretung über alle gesetzlichen und außergerichtlichen Anlässe. Dies ist die umfassendste Form der Vollmacht. Ausgeschlossen ist jedoch das Auflegen eines Testaments im Namen des Geschäftsführers.

Prokura: Der Bevollmächtigte darf „alle Arten von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen, die der Betrieb eines Handelsgewerbes mit sich bringt“ (§ 49 Abs. 1 HGB), durchführen.
Ein Prokurist darf also:

  • Wechsel zeichnen
  • Prozesse anstrengen
  • Verbindlichkeiten eingehen
  • Vergleiche schließen

Dazu gehören aber keine höchstpersönlichen Geschäfte des Arbeitgebers. Das wäre dann zum Beispiel die Beantragung von Handelsregistereintragungen, das Unterschreiben von Steuererklärungen oder die Beantragung der Insolvenz.

Bankvollmacht: Diese Vollmacht regelt, wer über die Konten des Unternehmens verfügen darf und wer die Vollmacht hat, die Zahlungen des Unternehmens zu regeln. Mit einer Bankvollmacht erklärt der Arbeitgeber bei seiner Bank, wer für welches Konto verfügungs- bzw. unterschriftsberechtigt ist. Hierzu muss er sich ausweisen und seine Unterschrift geben. Der Bevollmächtigte für Bankgeschäfte kann aber nicht unbeschränkt über die Unternehmensfinanzen verfügen. Er darf nicht: 

  • einen Kredit aufnehmen
  • ein Konto auflösen
  • Untervollmachten erteilen
  • hochspekulativen Geschäfte regeln

Vorsorgevollmacht: Mit dieser Vollmacht hat der Bevollmächtigte das Recht Entscheidungen des Arbeitgebers zu treffen. Dies trifft ein, wenn etwa eine längere Erkrankung vorliegt. Damit kann die Person: 

  • Weisungen an Mitarbeiter erteilen
  • Aufträge erteilen
  • Bestellungen tätigen

 

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