Tierhaltung in einem Mietobjekt

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Bei Wohnungen in der Stadt oder in Mehrparteienhäusern werden als Haustiere meist nur Hund und Katze, Vögel usw. betrachtet. In ländlichen Gegenden, insbesondere, wenn ein ehemaliger Bauernhof mit etwas Grund gemietet wurde, kann es auch schon mal ein Pferd, Geflügel, Kaninchen, Tauben oder ein Hausschwein sein.

Die Haltung von Kleintieren ist allgemein erlaubt, auch wenn davon nichts im Mietvertrag steht. Dabei muss man nur beachten, dass die Anzahl und Menge nicht das übliche Maß nicht wesentlich überschreiten darf. Mit Maß ist hier z.B. 4 Aquarien gemeint. Dabei kommt es aber immer noch darauf an, wie Ihr Vermieter die Sache sieht. Wenn diese 4 Aquarien 1000 Liter beinhalten und somit den Boden belasten und sogar Schäden hervorrufen könnten, ist der Vermieter damit natürlich nicht einverstanden.
Bei Kleintieren haben die Vermieter meist nur etwas einzuwenden, wenn es sich dabei um gefährliche Tiere für andere Mieter handeln würde wie z.B. Kakerlaken, Termiten, Vipern.
Wenn das Tier eine Störung für andere Mieter ist, zum Beispiel ein Hund der nur laut bellt, muss diese Störung vom Mieter auf Verlangen des Vermieters unterbunden oder beseitigt werden.
Wie sieht es aus, wenn jemand ein Tier zu mir nachhause mitbringt?
Der Besuch darf sein Haustier für die Dauer des Besuchs mitbringen. Die kurzzeitige Aufnahme, wenn zum Beispiel jemand in den Urlaub geht und ihr Haustier bei Ihnen lässt, ist dagegen nicht erlaubt. Dies erklärt sich dadurch, dass zur vertragsgemäßen Nutzung einer Mietwohnung zwar sehr wohl der Empfang von Besuch gehört der auch mal länger als einen Nachmittag bleibt, aber nicht das Bedürfnis des Mieters, Bekannten oder Verwandten eine Gefälligkeit zu erweisen. Für solche Fälle gibt es Tierpensionen.
Es bedarf bei all dem trotzdem die Zustimmung des Vermieters, da er auch in einem Einzelfall, bei dem z.B. der Hund lieb ist und nie stört und niemanden angreift, einem ständigen Risiko ausgesetzt ist. Auch Tiere können ihr Verhalten genau wie wir Menschen ändern. Die anderen Mieter werden sich natürlich bei dem Vermieter beschweren und möglicherweise eine Mietminderung fordern. Im Umkehrschluss muss es dem Vermieter daher erlaubt sein, die Haltung größerer Tiere von seiner Zustimmung abhängig zu machen um seine Interessen wahren zu können. Bei erheblichen Belangen des Mieters oder wenn der Vermieter anderen Mietern des Hauses die Tierhaltung bereits erlaubt hat, kann die Abwägung schneller zugunsten des Mieters ausfallen.

Die Haltung von Hunden und Katzen kann aufgrund unterschiedlicher Gerichtsurteile (Landesgericht Hamburg, Urteil vom 13.1.2005, Az.307 S 155/04, Landesgericht Karlsruhe, Urteil vom 11.5.2001, NZM 2002, S.19) im Mietvertrag verboten werden.

Eine Ausnahme ist dann gegeben, wenn in einem Mehrfamilienhaus für andere Mieter die Haltung von Katzen oder Hunden vorliegt oder es sich beim gehaltenen Hund um einen Blinden- oder Assistenzhund für eine behinderte Person handelt.

Enthält der Mietvertrag kein Haltungsverbot für Hunde und Katzen, sollte die Erlaubnis des Vermieters trotzdem eingeholt werden, da zu diesem Thema keine rechtsverbindlichen Gerichtsurteile vorliegen. Eine Ausnahme bildet die Haltung von Hunden und Katzen in einem angemieteten Haus. Hier wird laut Urteil des Landesgerichts Hildesheim vom 11.2.1987 davon ausgegangen, dass die Tierhaltung unter den vertragsgemäßen Gebrauch fällt und eine normale Nutzung des Mietobjektes darstellt.

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