Rechtstipp Verkehrsrecht

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Dies ist sicher für jeden Menschen ein Alptraum: Man wird in einen Unfall verwickelt. Da sich solche Situationen jedoch ständig ereignen, sollten Sie sich in einer ruhigen Minute schon einmal mit dem „Worst Case“ beschäftigen.

Denn es gibt einige Details, die Sie als in einen Unfall Verwickelter unbedingt beachten sollten:

 

(1)     Bewahren Sie Ruhe

Zunächst einmal, auch wenn es sicher schwer fallen wird, sollten Sie sich zwingen, die Ruhe zu bewahren und nichts zu verändern, was später den Hergang des Unfalls sozusagen verschleiern könnte. Sie sollten die Unfallstelle durch das Warndreieck sichern, auch wenn man Sie mit dem Schock konfrontiert sind. Sie gehen wie folgt vor: Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage an und ziehen Sie Ihre Warnweste an. Stellen Sie das Warndreieck in etwa 100 Metern Entfernung auf. Bei geringfügigen Schäden entfernen Sie das Kfz umgehend aus der Gefahrenzone, damit andere nicht verletzt werden. Bei größeren Schäden keine Unfallspuren beseitigen und abwarten, bis der Unfall aufgenommen wurde. Falls dies noch kein anderer erledigt hat, sollten Sie die Polizei rufen, denn nun beginnt sozusagen der offizielle und juristische Teil.

 

(2)     Machen Sie keine Schuldgeständnisse

Wesentlich ist auch, gerade, wenn Sie sich mehreren „Unfallgegnern“ gegenüber sehen, keine Zugeständnisse zu machen, à la „Da habe ich wohl eine Minute lang nicht aufgepasst“. Solche Äußerungen sind fast schon ein Schuldeingeständnis und können, auch wenn sie nur als Kommunikationsangebot benutzt werden, dramatische finanzielle Folgen haben. Wichtig sind Fotos, die Sie sofort vom Unfallort anfertigen sollten. Mit dem Handy aufgenommen, sind sie gut mit Datum und Uhrzeit versehen und stellen damit wertvolle Beweisstücke dar.

 

(3)     Holen Sie sich alle Informationen ein

Lassen Sie sich Informationen bezüglich des Unfallgegners geben. Das Kennzeichen des Wagens reicht leider nicht, Sie sollten auch die Identität erfragen. Wenn der Unfallgegner sich diesbezüglich bedeckt hält, ist dies ungünstig, hat aber auch eine gewisse Aussagekraft, die Sie eventuell als Argument nutzen könnten. Nur wer etwas zu verbergen hat, gibt seine Identität nicht Preis. Ferner ist es nützlich, die Versicherungsgesellschaft des Unfallgegners in Erfahrung zu bringen, so dass Sie später einen direkten Ansprechpartner haben.

 

(4)     Achten Sie auf die Vollständigkeit des Protokolls

Ganz wesentlich ist es, beim Erscheinen der Polizei darauf zu achten, dass ein vollständiges Protokoll, in dem beide Seiten zu Wort kommen, von der Polizei aufgesetzt wird. Von diesem Protokoll sollten Sie sich eine Kopie geben lassen. Falls an dieser Stelle schon erkennbar ist, dass es Widersprüchlichkeiten bei der Darstellung des Hergangs gibt, sollten Sie auf Ergänzungen des Protokolls bestehen – sonst sind diese Informationen sozusagen verschwunden und können später kaum nachgetragen werden. Wichtig ist auch hier, nicht die eigene Schuld zuzugeben, denn es handelt sich ja um ein noch zu untersuchendes Verfahren!

 

(5)     Informieren Sie die Versicherung

Als letzten Tipp sollten Sie die eigene Versicherung umgehend informieren, wenn der Schock abgeebbt ist. Sollte der Gegner Ihrer Meinung nach die Schuld am Unfall tragen, lassen Sie sich dennoch kein „Schuldeingeständnis“ unterzeichnen, sondern den Ablauf des Unfalls bestätigen. Wer bestätigt bei rot über eine Ampel gefahren zu sein, braucht nicht mehr zu unterzeichnen, dass er auch schuld ist. Dies ergibt sich dann aus dem Gesetz.

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