Rechtstipp eBay-Recht

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Täglich werden auf dem Auktionsportal eBay viele Waren gehandelt. Nicht immer kommt der Warenhandel ohne Probleme zustande. Häufige Anschuldigung des Käufers gegenüber dem Verkäufer sind Mängel an der gehandelten Ware, die zuvor nicht aufgelistet wurden vom Verkäufer.

Was muss ein Verkäufer eigentlich garantieren und worin besteht der Unterschied zwischen einer Garantie und Gewährleistung?

 

Garantie basiert auf freiwillige Zusätze

Am einfachsten erfolgt der Warenhandel, wenn der Verkäufer die Ware, die er anbietet, so detailliert wie möglich beschreibt, damit es nach dem Verkauf zu keinem Missverständnis mit dem Käufer kommt. Alle Fehler die eine Ware enthält, muss vom Verkäufer benannt werden. Sollte die Ware in einem einwandfreien Zustand angeboten werden und Mängel sich im Nachhinein ergeben, haftet der Verursacher wenn es keine weitere Vereinbarung gibt. Idealerweise wird jede Ware versichert versandt, das garantiert dem Verkäufer, dass dieser für eventuelle Transportschäden nicht haften muss und der Käufer Schadensersatzansprüche gegen das Transportunternehmen geltend machen kann.

Was passiert, wenn die Ware ohne Schaden eingegangen ist und sich in der Funktion des Produkts Mängel ergeben?

Mängel müssen dann vom Verkäufer behoben werden, dafür steht das Gewährleistungsrecht. Ausgenommen, der Verkäufer vereinbart mit dem Käufer vor, während oder direkt nach dem Abschluss der Auktion eine Sondervereinbarung in dem jegliche Gewähr ausgeschlossen wird. Hierfür müssen aber nach Start der Auktion beide Parteien zustimmen; andernfalls genügt die Aufnahme des Gewährleistungsausschlusses im eBay-Angebot. Ist dem nicht so, darf der Käufer von seinem Gewährleistungsrecht Gebrauch machen und der Verkäufer muss durch eine vollständige Reparatur oder durch einen Austausch der Ware die Mängel beheben. Ist das auktionierte Produkt zusätzlich mit einer Garantie versehen, dann beruht dieses auf eine Freiwilligkeit des Verkäufers. Denn eine Garantie regelt zusätzliche Ansprüche. Diese müssen gesondert festgelegt werden. Es kann sich dabei zum Beispiel auf einen bestimmten Teil eines Produktes handeln. Einfach lässt sich dieses anhand eines elektronischen Gerätes beschreiben: Garantie gibt es hier z.B. auf alle elektronischen Teile, sofern diese nicht durch Mutwilligkeit oder durch einen Anwendungsfehler beschädigt werden. Ausgeschlossen ist hingegen die Garantie auf das Gehäuse, welches durch den normalen Gebrauch sogenannte Gebrauchsspuren aufweisen kann, die die Elektronik nicht weiter beeinträchtigt.

Wie geht man am besten bei einem Mangel vor?

Informieren Sie den Verkäufer freundlich un setzen Sie ihm eine Frist zu einer Neulieferung. Der Verkäufer darf dabei für den Umtausch der Ware keine Gebühren verlangen, selbst dann, wenn die benutze Ware deutliche Gebrauchsspuren aufweist.

Auch bei eBay gilt das Widerrufsrecht

Wer viel bietet kann oftmals den Überblick verlieren und für eine Sache bieten, die man eigentlich gar nicht wollte. Hierfür sollte man das Widerrufsrecht kennen. Käufer können diese Recht grundsätzlich nur innerhalb eines Monats ab Lieferung der Ware geltend machen. Doch die Frist startet rechtlich erst, wenn der Käufer neben der Ware auch eine ordnungsgemäße Belehrung in Textform erhalten hat. Häufig fehlt es an solchen korrekten Belehrungen, sodass Käufer ihr Widerrufsrecht auch noch lange Zeit nach Ablauf eines Monats ausüben können. Doch beachten Sie: Das Widerrufsrecht steht nur privaten Käufern gegenüber gewerblichen Händlern zu. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Kauf zum Festpreis oder um eine Auktion handelt. Das gilt sowohl bei Neuwaren als auch auf gebrauchten Dingen.

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