Mehr arbeiten: was steht Ihnen zu? – was ist erlaubt?

Überstunden


Die Wochenarbeitszeit darf sich auf maximal 60 Stunden aufsummieren. 
Dabei gilt, dass man täglich höchstens auf zehn Stunden kommen darf, das aber an sechs Tagen pro Woche.

Dieser Zustand darf aber nicht dauerhaft sein. Außerdem muss Ihnen Ihr Chef innerhalb der nächsten sechs Monate die Chance geben, Ihre Überstunden wieder abbauen zu können.

 

Hinweis: Geplante Überstunden müssen vom Betriebsrat (sofern dieser vorhanden ist) genehmigt werden. Ansonsten kann Ihr Chef Mehrarbeit nicht verlangen.

Geld oder Urlaub – wie kann man die extra Stunden ausgleichen?

Der Ausgleich für Ihre Überstunden muss nicht zwingend finanzieller Art sein. Im Durchschnitt sollte nicht mehr als acht Stunden pro Tag gearbeitet werden. In Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen kann auch eine andere Maximalstundenzahl vereinbart werden.

  • Das Arbeitsgesetz zieht der finanziellen Entlohnung einen Freizeitausgleich vor.
  • Bei der Bezahlung der Überstunden darf der Normalgehalt gezahlt werden, eine Erhöhung ist nicht verpflichtend. In manchen Tarifverträgen ist ein Zuschlag von 25 bis 50 % vorgesehen.
  • In den meisten Arbeitsverträgen ist die Handhabung der Überstunden extra geregelt.

Dort kann beispielsweise stehen, dass mit dem monatlichen Gehalt, den Sie regulär erhalten, bis zu 20 Überstunden abgedeckt sind. Für diese Mehrarbeit kann dann keine Entlohnung erwartet werden. Eine pauschale Anzahl an Überstunden zu nennen, ist aber unzulässig. Sprechen Sie diesen Punkt auch explizit mit Ihrer Personalabteilung ab.

Es bleibt also festzuhalten, dass ein Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich/Freizeitausgleich erst dann  vorliegt, wenn die Anzahl der Überstunden nicht schon mit dem regulären Gehalt abgedeckt ist und die im Durchschnitt erlaubten 8 Arbeitsstunden pro Tag nicht überschritten wurden.

Überstundenregelung im Arbeitsvertrag

Ihr Unternehmen sollte das Recht haben, Überstunden anordnen zu können. Bei Notfällen ist es ganz egal, ob Überstunden vertraglich geregelt sind, sie müssen vom Arbeitnehmer geleistet werden. Allein Auszubildende haben einen gesetzlichen Anspruch auf jegliche Überstundenvergütung. Beachten Sie diese Regelung am besten schon direkt beim Erstellen der Arbeitszeitpläne, ansonsten müssen alle extra Stunden mit Freizeit oder finanziell vergütet werden.

Notfall oder kein Notfall?
Wir kennen das alle. Der Arbeitgeber ist außer sich, weil ein Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfällt und sieht dies gleich als Notfall. Dabei sollten Sie wissen, welche „Notfälle“ nicht als Notfälle gelten beispielsweise: plötzliche Auftragsanfragen, ein üblicher Ausfall von Arbeitskräften oder ein streikbedingter Betriebsausfall. Dagegen sind unter Notfällen Dinge wie ein Rohrbruch oder ein Totalausfall von Maschinen definiert. Lehnen Mitarbeiter dann Mehrarbeit ab, können Arbeitgeber zur Abmahnung greifen – und im Wiederholungsfall sogar zur Kündigung.

Möchten Unternehmen sich dennoch die Möglichkeit von Überstunden offen halten, müssen sie das explizit im Arbeitsvertrag festlegen und regeln, etwa durch folgende Klausel: „Der Mitarbeiter erklärt sich bereit, auf Anordnung des Arbeitgebers über die vertragliche Arbeitszeit hinaus Überstunden zu leisten. Diese Überstunden müssen angeordnet und gesetzlich zulässig sein.“ Enthält der Vertrag zusätzlich den Hinweis „Mit dem Grundgehalt sind bis zu 20 Überstunden monatlich finanziell abgegolten“, muss der Mitarbeiter die Mehrarbeit auch ohne Ausgleich erledigen.

Haben Sie einen tyrannischen Boss, der wenig menschlich ist und ständig nur an die Arbeit denkt? Machen Sie ihm folgendes klar!
Für normale Arbeitnehmer sind 8 Stunden der Tages-Richtwert, 10 Stunden das Maximum, pro Woche im Halbjahresschnitt höchstens 48 Stunden zulässig. Neben Pausenzeiten steht Arbeitnehmern auch eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zwischen Arbeitsende und -beginn zu. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Überstunden zu dokumentieren. Ist er dennoch uneinsichtig? Ihm kann eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro drohen und notfalls auch eine Gefängnisstrafe.

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