Die Pflichten des Arbeitnehmers

Pflichten des Arbeitnehmer

 

Im Arbeitsvertrag und innerhalb der allgemeinen Gesetzgebung lassen sich Verpflichtungen für den Arbeitnehmer ableiten.

Wie diese genau aussehen, ist im Folgenden nochmals für Sie aufgelistet.

 

 

Wie sehen Ihre Hauptleistungspflichten aus?
Die Hauptplichten des Arbeitnehmers sind zwar individuell (Tarif)vertraglich festgelegt, ergeben sich aber zusätzlich auch aus dem Gesetz, den Vereinbarungen im Betrieb, der betrieblichen Übung und des Rechts zu Anweisungen vom Arbeitgeber.

  1. Arbeitspflicht: Der Arbeitnehmer muss seine im Vertrag geregelte Hauptpflicht erledigen. Dies tut er in dem er die richtige Arbeit am richtigen Ort zur richtigen Zeit erledigt. Der Inhalt der Arbeitspflicht wird durch Gesetz, Tarifvertrag sowie Betriebsvereinbarung ergänzt. Der Arbeitgeber konkretisiert durch Weisungen sowie dem Direktionsrecht. Eine Vertretung ist hier nicht gestattet.
  2. Pflichtwidrige Nichtleistung der Arbeit: Wenn der Arbeitgeber seine Hauptpflicht nicht erfüllt, so kann er sie in der Regel nicht nachholen. Für den Arbeitgeber bedeutet dies, dass er seine Gegenleistungspflicht verweigern kann, das heißt, er bezahlt kein Entgelt. Im Falle eines Schadens kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer sogar Schadensersatz verlangen.

Was passiert, wenn man den Pflichten nicht nach kommt?
Ist das Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertraglich geregelt, besteht die Pflicht Arbeit zu leisten. Wird diese vertraglich festgelegte Pflicht nicht erfüllt, dann kann es zur Abmahnung (sehen Sie auch hierzu den Beitrag: Abmahnung), fristlosen Kündigung oder in manchen Fällen auch zu Schadensersatzansprüchen kommen.

Schaden ersetzen: Der Arbeitnehmer hat seine Pflicht verletzt und dabei dem Arbeitgeber einen Vermögensschaden zugefügt. In Einzelfällen muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber den zugefügten Schaden ersetzen (vgl. § 280 I BGB).

Fehlerhafte Arbeit: Der Ist-Zustand entspricht nicht den Anforderungen des Soll-Zustands.

Verletzung der Treuepflichten: Die Geheimhaltungspflicht wird nicht eingehalten oder der Umgang mit den Betriebsmitteln des Arbeitgebers entspricht nicht der geforderten Sorgfalt.

Haftungserleichterungen: Ob der Arbeitnehmer den Schaden wirklich übernehmen muss, hängt vom Grad der Fahrlässigkeit ab. Die Grenzen der Regelungen sind fließend und müssen individuell entschieden werden. Bei dieser Entscheidung sollten alle Umstände berücksichtigt werden: wie gefährlich war die Situation?, wie lange arbeitet die Person schon im Betrieb?, inwieweit hat der Arbeitgeber den Fall mit verschuldet?, in welchem Verhältnis steht die Schadenshöhe zum Verdienst der Person?, welche Kenntnisse hatte die Person  bzw. der Azubi?, … .

Handlungsniveau des Arbeitnehmers

Übernahme der Haftung

leicht fahrlässig

Volle Haftung des Arbeitgebers

mittel / normal fahrlässig

Prozentuale Verteilung (je nach individuellen Umständen) des Schadens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

grob fahrlässig / vorsätzlich

Volle Haftung des Arbeitnehmers

Dies ist nicht der Fall, wenn der Arbeitnehmer legal von seiner Arbeitspflicht befreit ist. Kann der Arbeitnehmer sich auf seinen Befreiungstatbestand beziehen, drohen keine beruflichen Folgen. Ist man von den Tatbeständen befreit, bekommt der Arbeitnehmer für gewöhnlich trotzdem seinen Lohn, auch wenn er nicht arbeitet. Dies ist aber keine Verpflichtung des Arbeitgebers, zum Beispiel bei Freistellungen des Arbeitnehmers, Teilnahme an Streiks oder Verhinderungen aufgrund höherer Gewalt.

 

Arbeitsbefreiung mit Lohn:

Gesetz

Arbeitsbefreiung

§ 1 BUNDESURLAUBSGESETZ

Urlaub

§§ 2 I, III ENTGELTFORTZAHLUNGSGESETZ

Feiertag

§§ 3, 4 I ENTGELTFORTZAHLUNGSGESETZ

Krankheit

§§ 11 ff. MUTTERSCHUTZGESETZ(vgl. §§ 3 II, 6 MuSchG)

Mutterschutzfrist

§ 37 II BETRIEBSVERTRAG

Betriebsratstätigkeit

§ 19 BERUFSBILDUNGSGESETZ

Azubis Berufsschule und Prüfungen

§ 616 BUNDESGESETZBUCH

Sonderurlaub

 

 

Wie sehen Ihre Neben- und Sorgfaltspflichten aus?

Unter die sogenannten Treuepflichten fällt die Geheimhaltungspflicht sowie der sorgfältige Umgang mit Mitteln, die zum Betrieb gehören, die Unterlassung von schädigenden Handlungen, nicht gegen das Wettbewerbsverbot verstoßen, die Repräsentationspflicht, der Bericht drohender Schäden und die Einhaltung der Ordnung im Betrieb.

 

Login
Umfrage
Wie kommen Sie mit Ihren Kollegen aus?