Darauf müssen Sie bei Kündigungen achten

kuendigung-vorlage-officetrend

Es gibt verschiedene Gründe, aus welchen sich ein Arbeitgeber für die Kündigung eines Mitarbeiters entscheiden kann. Genauso vielfältig wie die möglichen Gründe sind dabei auch die zu beachtenden Richtlinien.

So hält das Arbeitsrecht eine Reihe von Stolpersteinen bereit, welche eine Kündigung unwirksam machen können. Damit Sie Ihrem Chef bei dieser schwierigen Frage mit Rat und Tat zur Seite stehen können, erfahren Sie hier die wichtigsten Gründe für eine wirksame Kündigung.

 

(1)     Was sind die Gründe für eine Kündigung?

Der Verlust des Arbeitsplatzes stellt immer ein einschneidendes Erlebnis dar. Aus diesem Grund enthält das Arbeitsrecht strenge Regelungen, wann eine Kündigung überhaupt rechtmäßig und wirksam ist. Die Regeln, welche einen Arbeitnehmer vor einer unrechtmäßigen Kündigung schützen sollen, sind im Kündigungsschutzgesetz genau definiert. Von diesen ist jeder Mitarbeiter betroffen, welcher mindestens halbtags arbeitet und sich nicht mehr in seiner Probezeit befindet. Dabei gibt es drei mögliche Gründe, aus welchen Ihr Chef einem seiner Mitarbeiter kündigen kann. So kann bei einer schlechten Wirtschaftslage eine betriebsbedingte Kündigung gegenüber einem oder mehreren Mitarbeitern ausgesprochen werden. Wenn es um die Kündigung eines bestimmten Mitarbeiters geht, wird zusätzlich zwischen der personenbedingten und der verhaltensbedingten Kündigung unterschieden.

 

(2)     Die betriebsbedingte Kündigung

Eine betriebsbedingte Kündigung kann in wirtschaftlich besonders schweren Zeiten ausgesprochen werden. Dabei muss dieser Schritt die letzte Möglichkeit darstellen, um das Bestehen des Unternehmens sichern zu können. Die Gründe für eine betriebsbedingte Kündigung können dabei sowohl äußerer als auch unternehmensinterner Natur sein. Ein starker Einbruch der Umsätze kann einen ebenso ausreichenden Grund darstellen wie notwendige Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens. Wenn der Fall eintritt, dass sich Ihr Chef aus einem solchen Grund von einem Mitarbeiter trennen muss, gilt es trotzdem entsprechende Regeln einzuhalten. So muss diese schwere Entscheidung anhand der Lebensumstände der Mitarbeiter getroffen werden. Diese Vorgabe ist mit dem Begriff der Sozialauswahl im Kündigungsschutzgesetz verankert. Bei diesem dreistufigen Verfahren muss zuerst der Kreis der Mitarbeiter bestimmt werden, welche für eine Kündigung in Frage kommen. Dabei handelt es sich um Arbeitnehmer mit vergleichbaren Hierarchiestufen und Aufgabenbereichen. Unter diesen wird danach anhand festgelegter Kriterien entschieden, wer einen Arbeitsplatzverlust am besten verkraften kann. So werden unter anderem das Alter und die Länge der Betriebszugehörigkeit berücksichtigt. Auch besondere Lebensumstände wie Unterhaltspflichten oder Behinderungen müssen dabei betrachtet werden. Zuletzt können auch besondere Leistungsträger des Unternehmens im Einzelfall aus der Sozialauswahl herausgenommen werden.

 

(3)     Die personenbedingte Kündigung

Neben notwendigen Entlassungen auf Grund wirtschaftlicher Probleme kann auch einem speziellen Mitarbeiter wirksam gekündigt werden. Einen der beiden möglichen Fälle stellt dabei die personenbedingten Kündigung dar. So kann Ihr Chef diesen Schritt in Erwägung ziehen, wenn ein Arbeitnehmer seinen Pflichten nicht länger nachkommen kann. Die häufigsten Gründe für diese Entscheidung stellen dabei längere oder häufige Erkrankungen dar. Dabei unterliegt auch die personenbedingte Kündigung mehreren Voraussetzungen. So muss die begründete Annahme bestehen, dass der Arbeitnehmer seine Pflichten auch künftig nicht erfüllen kann. Man spricht in diesem Fall von einer negativen Prognose. Weiterhin muss der Ausfall dieses Mitarbeiters die Betriebsabläufe und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens negativ beeinflussen. Falls Ihr Chef diesem Mitarbeiter auch keinen anderen Arbeitsplatz anbieten kann und eine Weiterbeschäftigung nicht hinnehmbar ist, wird eine personenbedingte Kündigung wirksam.

 

(4)     Die verhaltensbedingte Kündigung

Eine personenbedingte Kündigung liegt vor, wenn sich der betreffende Mitarbeiter nichts vorsätzlich zu Schulden kommen ließ. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung ist der Fall anders gelagert. Eine solche Kündigung ist wirksam, wenn das Fehlverhalten eines Mitarbeiters seine Weiterbeschäftigung unzumutbar macht. Bevor Ihr Chef diesem Mitarbeiter verhaltensbedingt kündigen kann, ist im Regelfall eine Abmahnung erforderlich. So kann einem Ihrer Kollegen bei häufigen Verspätungen oder einer nicht eingereichten Krankmeldung nicht direkt gekündigt werden. Bei besonders schweren Fällen wie Diebstahl oder tätlichen Angriffen hingegen kann unter Umständen auch auf eine Abmahnung verzichtet werden.

Login
Nachsendeservice Banner 160x600