Motivationslosigkeit – ein bekanntes Gefühl?

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Jeder kennt ihn: Den inneren Schweinehund. Manche Tätigkeiten fallen unendlich schwer, wir können uns nicht „aufraffen“ und schieben das Unangenehme vor uns her.

Die Folge ist, dass wir uns belastet fühlen und die Berge vor unserem inneren Auge immer höher werden. Doch woran liegt das? Hierzu machen wir einmal einen kleinen Exkurs, denn wir sagen Ihnen: In den seltensten Fällen haben Sie einfach keine Lust, oft steckt mehr dahinter! 

Kurze Übung:

In welchen Situationen ist es Ihnen in der letzten Zeit schwer gefallen, sich zu motivieren?

Welche negativen Auswirkungen hatte das auf Ihre Stimmung?

Sicherlich gibt es manche Aufgaben, die wir vor uns her schieben, weil wir schlichtweg keine Lust dazu haben – sei es die Ablage zu Hause oder das Putzen der Wohnung. Es gibt jedoch auch viele Situationen, in denen uns einfach das Vertrauen zu uns selbst fehlt.

Nun folgende Frage an Sie: Was denken Sie, woran das liegt? In welcher Form hängt Motivation mit Selbstvertrauen zusammen?

Hier ist es wichtig zu wissen, wodurch Motivation eigentlich entsteht. Das Wort Motivation entsteht aus dem Wort „Motiv“, welches den Nutzen beschreibt, den ein Mensch aus einer bestimmten Situation für sich zieht. Ist dieser Nutzen entsprechend hoch, so steigt folglich auch die Motivation. Motive können finanzieller oder persönlicher Natur sein – wobei bei den meisten Menschen der persönliche Nutzen stärker greift, da er direkt mit den individuellen Emotionen zusammenhängt. So ist ein Mensch beispielsweise besonders motiviert, wenn er für seine Arbeit viel Lob bekommt – eine andere Person zieht ihre persönliche Motivation aus der Möglichkeit, bei der Arbeit kreativ und frei sein zu dürfen. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Motivation kann nur entstehen, wenn die Anforderungen an den Menschen und der Nutzen, den dieser daraus zieht, miteinander in Einklang sind. Mit anderen Worten: Ein Mensch ist nur motiviert, wenn er das gleiche Energiepotential, das er in eine Arbeit investiert, wieder zurückbekommt. Er muss sich gebraucht fühlen – dies ist ein ganz grundlegendes Bedürfnis und liegt tief verankert in der menschlichen Natur.

Wann fühlen wir uns gebraucht? Dann, wenn wir einen nützlichen Beitrag zur Lösung einer Aufgabe leisten können. Und dies ist eng verknüpft mit unserer Kompetenz in diesem Bereich. Nun liegt der Zusammenhang auf der Hand: Sind wir außergewöhnlich talentiert in einem bestimmten Bereich, so führt dies unweigerlich zu Erfolgserlebnissen und positiven Emotionen. Im Umkehrschluss könnten wir diese positiven Erlebnisse also bewusst initiieren, wenn wir erkennen würden, wo unsere wahren Begabungen liegen. Zweifeln wir in bestimmten Momenten nun unbewusst an uns selbst – z.B. in Prüfungssituationen oder im Arbeitsalltag im Hinblick auf neue Aufgaben – so wäre es uns im ersten Moment unangenehm, dies vor uns selbst zuzugeben. Daher denken wir „Dazu habe ich keine Lust“ oder „können uns nicht aufraffen.“ Durch diese angeborene „Vermeidungsstrategie“ schützen wir uns vermeintlich vor Negativ-Erlebnissen. Es ist eine Art Selbstschutz des menschlichen Gehirns.

Nun folgende Frage:

Wie haben Sie sich gefühlt, nachdem sie das Problem angegangen sind/es gelöst haben?

Haben Sie hinterher gedacht: Das war leichter, als ich vermutet habe und hat sich ein Gefühl der Erleichterung eingestellt? In vielen Fällen vermutlich schon, oder nicht?

Um eine belastende, unerklärliche Motivationslöcher zukünftig gezielt angehen zu können, ist es folglich wirksam, zu erkennen, worin diese begründet liegen. Die Natur des Menschen ist von Grund auf positiv und neugierig – das bestätigt unser Verhalten im Kindesalter. Selten ist ein Kind unmotiviert und lustlos – warum sind wir dies nun im Erwachsenenalter? Ganz einfach: Ein Kind kennt die Angst vorm Scheitern nicht, es gibt nur mehrmaliges Probieren. Hinter Motivationsproblemen liegt demnach oftmals eine Angst. Erkennen Sie diese, so können Sie sich mit dem gezielten Aufbau von Selbstvertrauen wieder selbst motivieren.

Bei Ihrem nächsten Motivationstief bezüglich einer anstehenden Aufgabe dürfen Sie also folgende Fragen stellen:

Welche Fähigkeiten brauche ich, um diese Aufgabe zu lösen?

Trage ich diese Fähigkeiten meines Erachtens nach in mir?

Betrachte ich die Aufgabe als Herausforderung, also liegt diese innerhalb oder außerhalb meines Kompetenzbereichs?

Habe ich unbewusst die Befürchtung, die Aufgabe nicht zu schaffen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen haben Sie die Möglichkeit, zu differenzieren, ob Sie sich aufgrund einem vorübergehenden körperlichen oder seelischen Tief in einem Motivationsloch befinden – oder eine unbewusste Angst vorm Scheitern dahinter steckt. So packen Sie  das Problem direkt an der Wurzel und haben die Chance, Lösungen zu finden.

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