Öl und Fett kann auch gesund sein

Öle und Fette

 

Fett ist nicht gleich Fett und Öl ist nicht gleich Öl. Vor allem, wenn es um den regelmäßigen Gebrauch beim Kochen und Backen und Braten geht, lassen sich einige sinnvolle Unterscheidungen machen.

Lernen Sie in diesem Beitrag also die einzelnen Fette und Öle mit ihren Vorzügen und Einschränkungen kennen.

 

 

Dass Fette viel wichtiger und gesünder für uns sein können als ihr Ruf, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Natürlich gibt es sowohl Fette, die wir nur in Maßen verzehren sollten, aber auch Fette, die sehr gesundheitsförderlich für uns sind. Fast schon zu einem Hype geworden ist die Bedeutung von Omega – 3 – Fettsäuren: Von Kapseln über Tabletten bis hin zu Omega-Eiern werden diese Fettsäuren in unterschiedlichsten Formen angeboten. Der Hintergrund: Diese essentiellen Fettsäuren sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken,  gute Wirkung gegen Rheumatismus haben, die Hirnleistung fördern und das Immunsystem ankurbeln. Einige Wissenschaftler behaupten sogar, sie schützen gegen Krebs – andere Forscher entgegnen jedoch, dass es dafür keine Beweise gebe. Was hat es also mit dem Phänomen Omega-3 auf sich?

 

Grundkurs: Fette

Wie bereits angetönt, gibt es bestimmte Fette, die für uns mit Bedacht zu genießen sind. Diese nennt man gesättigte Fettsäuren: Enthalten sind sie vor allem in tierischen Produkten wie Wurst, Schmalz oder Butter. Neben den gesättigten Fettsäuren existieren einfach gesättigte sowie mehrfach gesättigte Fettsäuren in unseren Lebensmitteln. Einfach ungesättigte Fettsäuren findet man beispielsweise in  Raps- oder Olivenöl, Avocado oder Nüssen. Diese Fettsäuren sind gesünder für den menschlichen Körper, folglich dürfen diese auch etwas mehr konsumiert werden. Der letzte Bereich der Fettsäuren, die mehrfach ungesättigten Fettsäuren,  setzen sich zusammen aus Omega – 6 und Omega – 3 –Fettsäuren.

 

Nur worin liegt der Unterschied?

Ein wenig Chemieunterricht: Fettsäuren bilden sich aus Verkettungen von Kohlenstoffatomen. Sowohl Omega-3 als auch Omega-6 Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt – folglich sind die Kohlenstoffketten an mehreren Stellen durch Doppelbindungen verbunden. Das letzte Kohlenstoffatom einer Kette wird übrigens als Omega bezeichnet. Um genau zu erfahren, um welche Omega-Fettsäure es sich handelt, müsste man nur von diesem Omega bis zur ersten Position, an welcher die Kohlenstoffkette durch eine Doppelbindung verbunden ist, zählen. Omega-6-Fettsäuren haben ihrem Namen entsprechend die erste Doppelbindung an sechster Position, Omega-3-Fettsäuren an dritter.  Dieser atomare Unterschied erscheint sehr klein – trotzdem äußert sich dieser in unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Fettsäuren.

 

Die Mischung macht’s

Die Zellen des menschlichen Körpers sind umgeben von einer Zellmembran, welche zum Schutz der Zelle dient und den Austausch von Substanzen in die Zelle und aus der Zelle hinaus regelt. Diese Zellmembran besteht unter anderem aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Außerdem werden aus diesen wichtige Gewebshormone gebildet: diese sind essentiell für die verschiedenen menschlichen Stoffwechselprozesse. Der Clou: Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren produzieren unterschiedliche Formen dieses Gewebshormons, welche in ihrer Wirkung sogar gegensätzlich sein können. Die Lösung dafür ist ein gutes Verhältnis beider Fettsäuren. Empfohlen wird ein Verhältnis von 1:5 von Omega-3 zu Omega-6 –Fettsäuren. Der deutsche Durchschnitt liegt jedoch bei 1:7 – es fehlt uns also tendenziell an Omega-3. Wo bekommen wir dies am besten her?

 

Her mit dem Fisch!

Verschiedene Speisefische, vor allem Kaltwasserfische wie Makrele, Hering, Lachs oder Thunfisch, beinhaltet viele der wertvollen Omega-3-Fettsäuren. In geringerer Menge nehmen wir es ebenfalls mit Leinöl, Rapsöl und Sojaöl zu uns. Übrigens: Omega-6-Fettsäuren findet man vor allem in Fleisch und verschiedenen Pflanzenölen wie Distelöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl.
Also: Lieber öfter einmal den Fisch dem Fleisch vorziehen. Mit mindestens zwei Fischmahlzeiten in der Woche ist der menschliche Organismus in der Regel gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt.

 

 

Das Olivenöl

Seine Eigenschaften:

  • Sehr hitzebeständig
  • Kaltgepresst, wenn es den Hinweis „Extra Vergine“ oder „Natives Olivenöl Extra“ trägt
  • Geschmack: fruchtig, leicht bitter
  • Bis zu 80 % aus ungesättigten Fettsäuren
  • Hoher Anteil an Vitamin E

Sein Einsatzbereich: sehr vielseitig

  • Im Salatdressing
  • Zum Kochen
  • Zum Dünsten und Braten, bei hohen Temperaturen bieten auch Butterschmalz oder Kokosöl eine gute Alternative

 

Das Kokosöl

Seine Eigenschaften:

  • Sehr hitzebeständig (kaltgepresst weniger hitzebeständig)
  • Besteht zum größten Teil aus gesättigten Fettsäuren
  • Sehr stabil, wird nicht ranzig
  • Leicht verdaulich
  • Spritzt nicht beim Anbraten
  • Kokosöl entgiftet übrigens die Leber

Sein Einsatzbereich: hohe Temperaturen

  • Zum Braten bei hohen Temperaturen (Rauchpunkt bei 185 bis 205 °C)
  • Schmelzen von Schokolade

 

 

Die Butter

Ihre Eigenschaften:

  • Nicht besonders hitzebeständig (Rauchpunkt von 175°C)
  • Reich an gesättigten Fettsäuren, Wasser- und Eiweißanteile
  • Besonders guter Geschmack

 

Sein Einsatzbereich: der Backofen

  • Zum Kochen
  • Zum Backen (auch bei hohen Temperaturen)
  • Vor allem bei Produkten von Weide-Rindern verwenden

 

Das Butterschmalz

Seine Eigenschaften:

  • Butterreinfett (geklärte Butter)
  • Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker werden entzogen
  • Wesentlich hitzebeständiger als  Butter (Rauchpunkt 200 bis 205°C)

Sein Einsatzbereich: die Friteuse

  • Zum Braten
  • Zum Frittieren

 

Das Fischöl

Seine Eigenschaften:

  • Gesund
  • Kühl und dunkel lagern (mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
  • Nahrungsergänzungsmittel, wenn kein fetthaltiger Fisch konsumiert wird

 

Das Avokadoöl

Seine Eigenschaften:

  • In dunklen Flaschen aufbewahren (minimiert Oxidation)

Sein Einsatzbereich: der Salat

  • Im Salatdressing
  • Zum Kochen (niedrige Temperaturen)

 

Das Leinsamenöl

Seine Eigenschaften:

  • Nicht besonders hitzebeständig
  • Besser nur kalt verzehren

Sein Einsatzbereich: der Salat

  • Im Salatdressing

 

Das Walnussöl

Seine Eigenschaften:

  • Reich an Omega-6-Fettsäuren (nur in kleinen Mengen konsumieren)
  • Aufbewahrungsort: dunkel und kühl

Sein Einsatzbereich: der Salat

  • Im Salatdressing

 

Das Macadamianussöl

Seine Eigenschaften:

  • Geringer Anteil an ungesättigten Fettsäuren
  • Stabiles Öl
  • Cremiger Geschmack
  • Nicht ganz günstig

Sein Einsatzbereich: der Salat

  • Zum Kochen

 

Das Sesamöl

Seine Eigenschaften:

  • Lecker zu asiatischen Gerichten
  • Aufbewahrung im Kühlschrank

Sein Einsatzbereich:

  • Gewählt einsetzen, nicht zu oft
  • Lieber nach dem Kochen/Braten auf das Gericht träufeln

 

Das Rapsöl

Seine Eigenschaften:

  • Speiseöl
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren
  • Werden im Verarbeitungsprozess aber höchstwahrscheinlich ranzig

Sein Einsatzbereich: niedrige Temperaturen

  • Salat/kalte Speisen
  • Zum Dünsten und Braten bei geringer Hitze

 

Das Erdnussöl

Seine Eigenschaften:

  • Gesund
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren
  • Oxidiert sehr schnell

Sein Einsatzbereich: starke Hitze

  • Zum Kochen
  • Zum Braten

 

Das Sonnenblumenöl

Seine Eigenschaften:

  • Sehr hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
  • Geringer Anteil an Omega-3-Fettsäuren

Sein Einsatzbereich: kalte Speisen

  • Im Salatdressing

 

 

Das Traubenkernöl

Seine Eigenschaften:

  • Alternative zu Olivenöl
  • Oxidiert sehr schnell
  • Eher teuer
  • Geschmack: mild bis neutral

Sein Einsatzbereich: der Körper

  • Mit ein paar Tropfen Parfüm als Körperöl verwenden
  • Eher zu kalten Speisen
  • Nur bei niedrigen Temperaturen anwenden
Wilkommen zu officetrend
Classic Box - 160x600
Vielfalt von Dallmayr, Delikatessen und Geschenke
Sonderangebote im Kräuterhaus
Standard 160x600