Güter und Produktionsfaktoren

Güter und Produktionsfaktoren

 

Güter und Produktionsfaktoren –  was genau versteht man unter diesen Begriffen und wie hängen sie zusammen?

Im Folgenden werden die Definitionen, Zusammenhänge und Kombinationen dieser beiden Begriffe erläutert.

 

 

Was sind Güter?

Güter sind Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Wer ein Gut erwirbt, tut das mit der Erwartung, dass es ihm einen Nutzen verschafft. Aus diesem Grund ist er auch bereit, einen bestimmten Preis dafür zu bezahlen. Der Oberbegriff „Güter“ lässt sich weiter unterteilen in „freie Güter“, die unbeschränkt und unentgeltlich zur Verfügung stehen wie z.B. Luft, Regenwasser, Wüstensand, sowie „wirtschaftliche Güter“, die zur Herstellung andere wirtschaftliche Güter wie z. B. Boden, Arbeitskräfte, Maschinen benötigen. Die Benötigung dieser Produkte erzeugt Kosten. Wirtschaftliche Güter lassen sich aufteilen in „Dienstleistungen“ und „Sachgüter“. Zu den Sachgütern zählen Konsumgüter, Produktionsgüter, komplementäre und substitutive Güter.

 

Und wie hängen sie mit Produktionsfaktoren zusammen?

Zur Produktion von Gütern werden sogenannte Produktionsfaktoren benötigt. Diese Produktionsfaktoren beschreiben die unterschiedlichen Bereiche eines Produktionsprozesses.

Dabei wird zwischen Elementarfaktoren und dem dispositiven Faktor unterschieden.

Elementarfaktoren: 

  • Ausführende Arbeit: bezieht sich auf einen Arbeitnehmer, der seine Arbeit nur nach Anweisungen ausführt, ohne eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Betriebsmittel: Materielle Güter, die neben anderen Elementarfaktoren (menschliche Arbeitsleistung und Werkstoffe) zur Produktion erforderlich sind und im Zeitablauf ihr Leistungspotenzial an die Produkte abgeben, z.B. Gebäude, Maschinen, Werkzeuge, Einrichtungen (Potenzialfunktionen).                                   volkswirtschaftlicher Begriff: Produktionsmittel
  • Werkstoffe: Materialien (Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe und Halbfertig- und Fertigfabrikate), welche als Ausgangs- und Grundstoffe in die Erzeugnisse eines Betriebes eingehen. Sie zählen zu den Elementarfaktoren. Sie werden nach der erfolgten Veränderung der Form oder Substanz oder durch den Einbau in andere Fertigerzeugnisse Bestandteil neuer Produkte.
  • Rohstoffe: Grundstoffe, die in der Produktion in das Erzeugnis eingehen. Rohstoffe bilden den stofflichen Hauptbestandteil der Erzeugnisse.
  • Hilfsstoffe: Stoffe, die in der Produktion nicht als wesentlicher Bestandteil in die Erzeugnisse eingehen.
  • Betriebsstoffe: Arbeitsmittel, die bei der Herstellung der Fertigerzeugnisse, zur Energieversorgung und zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der notwendigen Maschinen und Anlagen dienen. Sie gehen nicht nicht als Bestandteil in die jeweiligen Endprodukte mit ein.

Dispositiver Faktor: 

  • Zielsetzung: Das oberste Ziel eines Unternehmens ist die Gewinnerzielung. Ein Unternehmen, das langfristig keinen Gewinn erwirtschaftet, ist nicht überlebensfähig und endet mit Liquidation oder Konkurs.
  • Planung: Die Planung legt die zu erreichenden Sollwerte für die einzelnen Bereiche und Ebenen im Unternehmen fest und die Maßnahmen, die zur Zielerreichung führen sollen.
  • Organisation: Die Organisation ergibt sich aus der Arbeitsteilung in einem Unternehmen und der notwendigen Koordinierung der Abläufe für die Leistungserstellung.
  • Überwachung: Die Durchführung der schon genannten Faktoren muss laufend kontrolliert werden, um frühzeitige Abweichungen und Fehler erkennen und beheben zu können.

 

Außerdem wird unterschieden zwischen originären und derivitären Produktionsfaktoren. Eine weitere Einordnung findet folgendermaßen statt:

  • Boden (Naturkapital), originärer Faktor
    • Grund und Boden, Rohstoffe, Energien, Patente
    • Merkmale: Unvermehrbarkeit, Unbeweglichkeit, Unzestörbarkeit
  • Kapital (Sachkapital), derivitärer Faktor
    • Gebäude, Maschinen, Werkzeuge
    • Kapital entsteht aus dem Zusammenwirken von Boden und Arbeit
  • Arbeit (Humankapital), originärer Faktor
    • Ausbildung, Lohnarbeit, Know-How, unternehmerische Tätigkeiten
    • Verbindet die Produktionsfaktoren miteinander

 

Kombination von Produktionsfaktoren

Um bei der Herstellung von Gütern einen maximalen Gewinn zu erzielen, müssen Produktionsfaktoren nach dem ökonomischen Prinzip miteinander kombiniert werden (siehe ökonomisches Prinzip). Es hängt von der Art der Güterproduktion ab, welche Faktorkombination am kostengünstigsten sind. Heutzutage ist es geläufig, den Faktor „Arbeit“ durch „Kapital“ zu ersetzen. Die Produktionsfaktoren sind allerdings nicht beliebig austauschbar: Man versucht beispielsweise Arbeitsschritte mittels Maschinen durchzuführen, um Arbeitsplätze zu sparen, jedoch wird es nie möglich sein, alle Arbeiten durch Maschinen verrichten zu lassen. Es werden Menschen benötigt, die jene Maschinen bedienen, entwickeln und bauen, sowie neue Produkte und Programme entwickeln.

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